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Blogbeiträge des Exilherthaner Podcasts. Aktuelle Kommentare zu Hertha BSC und zur Bundesliga.

Ante brennt

Der Trainer ist der Star.

Seit 5 Tagen berichte ich via Twitter intensiv vom Trainingslager der Hertha in Neuruppin. In letzter Zeit erreichen mich viele Anfragen zu den Eindrücken, die ich in Neuruppin gewinnen konnte. Mitunter wurde ich auch um Prognosen für die zukünftige Entwicklung gebeten. Ich versuche mal meine Eindrücke zu beschreiben, dabei bitte nicht vergessen, dass ich hier „nur“ als Fan schreibe und nicht als Sportexperte 😉.

Der Trainer

Ich gebe zu, dass ich vom Trainerwechsel nicht begeistert war. Nicht aus Skepsis gegenüber Ante Covic, sondern weil ich es geschätzt habe, dass Dardai uns über Jahre vor dem Abstiegskampf bewahrt hat. Mit dem Trainingslager bleibt meine Wertschätzung gegenüber Dardai erhalten, aber ich muss auch zugeben, dass mich Covic beeindruckt hat. Er hat Hertha einen neuen Lebensgeist eingehaucht, eine andere Stimmung und einen anderen Ton.

Der Unterschied gegenüber dem letzten Jahr ist greifbar. Dardai war über weite Strecken des Trainings (gefühlter) Beobachter, Taktik und Dialog kam häufig nur über Widmayer. Covic ist präsent auf dem Platz, er ruft, er lobt, er schimpft, er erklärt, er macht es vor, er geht auf die Spieler zu, er greift aber nicht an. Hat er eine Situation geklärt, nimmt er später den Spieler in den Arm und redet auf ihn ein. Zuckerbrot und Peitsche beschreibt es nicht richtig, denn Covic begründet immer warum er korrigiert. Peitsche ist das nicht. Hart in der Sache, aber freundschaftlich im Umgang.

Jenseits des Platzes ist er immer höflich und unfassbar aufmerksam zu Fans, Zuschauern und Reportern. Das ist so auffällig, dass ich manchmal Angst habe, dass er zu freundlich ist, weil er nirgends anecken will. Dagegen spricht, dass es ehrlich und unverstellt wirkt . Ich hoffe für ihn, dass er sich da nicht übernimmt.

Anders formuliert: Man spürt, dass Ante für Hertha BSC und seine Aufgabe brennt. Das hat mich beeindruckt.

Die Problemfälle

Darida und Platte haben ein Seuchenjahr hinter sich, beide hinken ihrem schon gezeigtem Leistungsstand hinterher. Bei Darida fällt auf, dass er topfit und motiviert aus dem Urlaub gekommen ist. Das macht mir Hoffnung auf Besserung und erweckt nicht den Eindruck, dass er den Verein verlassen möchte. Bei Platte traue ich mir eine Einschätzung nicht zu.

Hoffnung und Verbesserung

Mit Sidney Friede kam ein Leihspieler zu Hertha zurück, der in Belgien toll spielte. Er hat sich gegenüber dem Vorjahr merklich verbessert. Ich traue ihm den nächsten Leistungssprung zu. Er könnte der Newcomer des Jahres werden. Bei Baak fällt auf, dass er athletischer geworden ist, der Babyspeck ist weg (falls man das so formulieren darf). Mit dem Kopf ist er eine Waffe, am Fuß treten nach meinem Geschmack noch zu häufig Fehler auf. Da ist Jordan weiter, könnte seinen Saison werden, wenn er unverletzt bleibt.

Sorgen und Fragenzeichen

Ich kann jetzt nicht behaupten, dass Selke bisher wirklich negativ aus der Reihe tanzt, aber wenn er Ibisevic ablösen will, dann muss er zulegen, zumal Köpke m.E. in Neuruppin eine sehr engagierte Leistung zeigt. Ich traue mir keine Prognose zu, aber im Sturm könnte noch viel Bewegung drin sein.

Ich bin bekennender Fan von DJ, aber bisher war es nicht sein Trainingslager. Soweit ich es einschätzen kann, ist der Junge ein zurückhaltender Mensch, fast schüchtern. Sein Talent und seine Geschwindigkeit sind da, ich habe fast den Eindruck, dass er sich zu sehr unter Druck setzt. Der Weg zum Erfolg ist vermutlich nur Kopfsache. Junge, du kannst es!

Mit Maurice und Palko sind Trainersohn und ExTrainersohn im Kader. Vergleicht man ihre Leistung mit dem Eindruck, den der junge Albrecht hinterlassen hat, dann kommt Albrecht besser weg. Ich schreibe es nicht gerne, aber so ehrlich muss man sein. Das schon avisierte Leihgeschäft bei beiden Spielern erscheint mir sinnvoll.

Hellseher?

Nein, ich kann für die Saison keine Prognose abgeben. Nach 7 Trainingstagen wäre das auch unseriös. Schaut man auf die ersten Trainingstage, so gibt es aber zumindest ein Trend. Hertha wird schneller spielen und den Gegner mehr unter Druck setzen. Covic übt das. Er übt sogar viele einfache Situationen, die ein Fußballer eigentlich kennen sollte, die Basics quasi. Das ist nicht selbstverständlich, scheint aber notwendig zu sein.

Zur weiteren Taktikanalyse sollen sich lieber die Profis äußern.

Am 2.September wird die Transferliste geschlossen. Es kann und wird sich noch einiges tun im Kader von Hertha BSC tun. Also, warten wir das erst mal ab. Erst die Fakten, dann die Analyse.

Gruß aus Neuruppin, Euer Brehmchen (Exilherthaner)

https://mobile.twitter.com/andybrehmchen

Dardai und die Ungeduld mit der Kontinuität

Zur neuen Saison wird Pal Dardai nicht mehr Trainer der Profis von Hertha BSC sein. Eine Entscheidung, die mit Ungeduld, unterschiedlichen Erwartungshaltungen und mangelnder Wertschätzung von Kontinuität zu tun hat.

Und eine Frage stellt sich noch: Woher nimmt die Geschäftsführung die Gewissheit, dass sein Nachfolger es besser machen wird?

Es ist noch nicht lange her, da galt Hertha BSC als Fahrstuhlmannschaft der Bundesliga. Die letzten Abstiege mussten Verein und Fans in der Saison 2009/2010 und 2011/2012 ertragen. Und schon im Februar 2015 stand Hertha BSC wieder im Keller der Bundesliga. Der Club trennte sich am 5.Februar von Trainer Jos Luhukay und Pal Dardai folgte ihm in das Amt.

Kein leichter Job, denn die Anforderungen an den Trainer waren hoch. Dardai sollte den Verein nicht nur dauerhaft von den Abstiegsrängen fernhalten, er sollte auch mehr Talente aus der eigenen Jugend zu den Profis führen, denn beim Club ist Geld stets knapp. Und die graue Maus Hertha BSC brauchte endlich einen Sympathieträger, der über die Grenzen Berlins hinaus wahrgenommen wird. Das war bei Luhukay nicht wirklich der Fall. Hertha musste sich unbedingt wieder in der Liga etablieren. Aus finanziellen Gründen und zur Imageverbesserung. Schon das Relegationsspiel in Düsseldorf war keine gute Werbung für die Hertha gewesen.

Dardai liefert Weiterentwicklung bei Spielern

Unter Dardai blühten tatsächlich viele Spieler auf. Marvin Plattenhardt, unter Luhukay noch gefühlter Unglücksrabe, wird nicht nur Stammspieler, er steigt sogar zum Nationalspieler auf. Auch wenn Platte jetzt seit Monaten in der Formkrise ist und der WM-Einsatz eher bescheiden ausfiel, so ist die Weiterentwicklung des Spielers unbestritten. Ähnlich der Verlauf bei Niklas Stark. Auch er hat sich vom Talent aus Nürnberg in den Kader der Nationalmannschaft gespielt und weckt bei anderen Clubs Begehrlichkeiten.

Man denkt nicht mehr oft daran, aber unter Trainer Dardai war es Rune Jarstein, der Thomas Kraft als ersten Torhüter ablöste. Das Einwirken Dardais mag gering sein (er ist ja kein Torwartrainer), aber es sollte dennoch nicht unerwähnt bleiben. Mit
Valentino Lazaro konnte ein weiterer Spieler verpflichtet werden, seine Weiterentwicklung unter Dardai war so erfolgreich, dass er im Sommer kaum noch zu halten sein wird. Aber das ist Ziel und Zweck eines Ausbildungsvereins.

Mit Mitchell Weiser und John Anthony Brooks werden unter Dardai weitere Spieler für eine nicht unerhebliche Ablösesumme verkauft. Weiser blühte bei der Hertha unter Dardai auf, während er zuvor bei Bayern München noch als hoffnungsloser Fall galt. Und auch Brooks ging unter Dardai seinen Weg. Man könnte weitere Beispiele nennen.

Potential und Durchlässigkeit zu den Profis

Die Durchlässigkeit vom Nachwuchsteam zu den Profis ist so gut, wie noch nie bei Hertha BSC, der Club besitzt vielversprechende Talente, wie schon lange nicht mehr. Genannt seien nur Javairo Dilrosun, Arne Maier, Dennis Jastrzembski, Palkó Dárdai und Maximilian Mittelstädt. Dardai kann Talentförderung und er setzt sie auch beständig um. Hatten wir schon mal so viel Spielerpotential wie jetzt?

Keine Abstiegsgefahr unter Dardai

Dardai sorgte in den Folgejahren dafür, dass Hertha BSC mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun hatte. Das war oftmals einfacher Fußball und selten die große Unterhaltungswelt, aber solide und am Ende erfolgreich. In Köln und Hamburg hätte man in der letzten Saison gerne unsere Probleme gehabt.

Sympathieträger über die Grenzen Berlins hinaus

Es gibt jenseits von Berlin nur 2 Personen, auf die ich als Exilherthaner überhaupt angesprochen werde: Marcelinho und Pal Dardai. Dardai kommt authentisch rüber, weil er authentisch ist. Er liebt den Verein und spricht es aus, er wirkt dabei aber nie gekünstelt, man glaubt es ihm. Dardai ist populär und ich sehe niemand bei Hertha, der mit ihm in dieser Hinsicht gleichziehen kann.

Der letzte Eindruck bleibt im Gedächnis – Leider

Keine Frage, Dardai hat in den letzten Jahren viel bewirkt. Aber wer will bestreiten, dass eben nicht alles rosarot war? 6 Niederlagen aus 7 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Dardai hat in der Hinrunde das Leistungsvermögen der Mannschaft nahezu aufblühen lassen. Er konnte es in der Rückrunde aber auch nicht mehr abrufen. Die Mannschaft wurde im Saisonverlauf immer unberechenbarer, die letzten 3 Niederlagen waren schmerzhaft schlechte Auftritte. Die mangelnde Konstanz des Teams zog sich überhaupt wie ein roter Faden durch die Saison. In Punkto Motivation und Psychologie merkt man Dardai an, dass auch er als Trainer noch lernen muss.

Mangelnde Konstanz war schon in den Vorjahren ein beständiges Problem, wenn Hertha Rückrunden stets als Enttäuschungen endeten. Die Saison 2017/2018 ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Hertha hatte zwar nie mit dem Abstieg zu tun, lieferte aber extrem viele Spiele ab, denen jeder Unterhaltungswert fehlte. Das war selbst für hartgesottene Fans manchmal kaum noch zu ertragen. Der Zuschauereinbruch in dieser Saison war kein Zufall.
Pal Dardai hat sich in den letzten Wochen angreifbar gemacht. Wer wird schon durch Niederlagen gestärkt?

Teilweise wirkte Dardai nicht mehr ganz so charmant und spitzbübisch, wie man ihn kennt. Die Niederlagenserie hat sicherlich auch ihn unter Stress gesetzt. Gegenüber Journalisten soll er zunehmend unpassend aufgetreten sein. Das ist bedauerlich, aber wer in Gelsenkirchen den Knorrer von Kerkrade im Umgang mit Reportern erlebt hat, der sollte Dardais Verhalten mal relativieren.

Unterschiedliche Erwartungshaltungen – Zwischen Konstanz und Stagnation

Die Beurteilung der Lage ist nicht einheitlich. Weder bei den Fans, noch in den Medien. In der Regel gibt es 2 unterschiedliche Positionen: Eine Seite schätzt die Kontinuität unter Dardai und wertet es positiv, dass Hertha mit dem Abstieg nichts zu tun hat. Die andere Seite sieht höhere Ansprüche für Hertha BSC, empfindet Mittelmaß als Schimpfwort und sieht die Zeit unter Dardai (inzwischen) als Zeichen einer vom Verein akzeptierten Stagnation. Unter Fans scheint mir eine Mehrheit auf der Seite zu stehen, die Dardai gerne noch behalten hätten.

Die Geschäftsführung von Hertha BSC glaubt anscheinend nicht, dass Dardai eine Besserung gelingt. Womöglich ist man im Verein der Meinung , dass Dardai auch höheren Ansprüchen nicht mehr genügt.

Michael Preetz unter Druck

Aber Michael Preetz geht hohes Risiko. Bei welchem neuen Trainer haben wir denn die Garantie, dass es besser wird? Überhaupt, ich kann nicht erkennen, dass Hertha zwingenden Handlungsbedarf hatte. Ich finde sogar, dass der Verein überreagiert hat. Ich fühle mich an den typischen Aktionismus von Vereinen erinnert, wenn es mal nicht läuft, an dessen Ende fast immer die Trennung vom Trainer stand. Ich dachte eigentlich, dass Hertha da aus der eigenen Vergangenheit und den Erfahrungen anderer Vereine mehr gelernt hätte. Der SC Freiburg zeigt, dass es anders gehen kann. Und Michael Preetz sollte nicht vergessen, dass er den Club mit seinen Entscheidungen schon wiederholt in die 2.Liga geführt hat. Er durfte trotzdem bleiben und es danach besser machen.

Für mich fühlt es sich so an, als wenn Dardais erste richtige Schwächephase bei Hertha sofort dazu führte, dass er seinen Posten als Trainer der Profis verliert. War das wirklich notwendig? Hätte man nicht darauf setzen können, dass man ihn besser unterstützt? Ein Mentaltrainer und ein neuer Co-Trainer (der ohnehin kommen muss) hätten hier helfen können. Hätte Pal Dardai diesen Versuch nicht verdient gehabt?

Dabei gibt die Geschäftsführung von Hertha BSC aktuell kein gutes Bild ab, wenn man an die Stadionplanung denkt. Vor diesem Hintergrund werden die Fans die Trainerentscheidung sehr kritisch im Auge behalten. Geht es schief, kann es für Michael Preetz ganz schwierig werden.

Heimspiel gegen Hannover – Wie reagieren die Fans?

Und nun? Die Entscheidung ist getroffen, Dardai hört als Profi-Trainer auf, aber die Saison ist noch nicht vorbei. Am Sonntag geht es in Berlin gegen Hannover. Ich hoffe und ich glaube, dass die Fans genug Gespür für die Situation haben und Pal Dardai feiern werden und dies ganz losgelöst vom Ergebnis des Spiels.

Dardai ist Herthaner mit Haut und Haaren. Urgestein. Er hat unseren Dank und unseren Beifall verdient.

Pal Dardai ist der Hanne Sobek der Neuzeit.

Danke, Pal!

Umfrage zu Pal Dardai (letzter Stand): h

Erleichterung nach dem Sieg in Nürnberg

Unter dem Strich ein verdienter Sieg von Hertha BSC beim 1.FC Nürnberg. Nach einer merklichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit macht Hertha 3 Auswärtspunkte klar. Duda, Maier und Ibisevic wissen zu gefallen. 

In der 1. Halbzeit geht Hertha mit der ersten Chance in Führung, Ibisevic und Selke spielen die Abwehr mit einem einfachen Doppelpass aus. Bemühte Nürnberger vorne zu ungenau und vorne fehlt den Franken ein guter Stürmer. Der Ausgleich ist verdient, in der Entstehung aber auch glücklich. Der oft gescholtene Lustenberger mit einer stabilen Leistung, in der ersten Halbzeit gibt es insgesamt aber einige Situationen, in denen die gesamte Abwehr ordentlich schwimmt.

Grujic merkt man die lange Verletzungspause an, er ist noch nicht der Alte (war so schnell aber auch nicht zu erwarten). Ibisevic mit einem Sahnetag, alle Tore sind eigentlich schön herausgespielt. Nach dem 1:2 hat Hertha die Sache im Griff, dies war vorher nur phasenweise der Fall. Jarstein hält, was zu halten war. Eine fehlerfreie Leistung.  

Dardai geht hohes Risiko und nimmt Rekik und Grujic in die Startelf. Das ist ungewöhnlich, beide Spieler waren lange verletzt und noch nicht so lange im Training, Pal Dardai ist da sonst vorsichtiger. Gut, dass nichts passiert ist.  Insgesamt einer eher mittelmäßiges Spiel beider Teams. Nürnberg kämpft notgedrungen weiter tapfer gegen den Abstieg, Hertha freut sich zum Start der Rückrunde über 3 Punkte für Moral, Fans und Verein. Am Freitag geht es dann gegen Gelsenkirchen.

Das schwächeln der alten Garde

Die Niederlage in Stuttgart schmerzt.

Erneut liefert das Team von Hertha BSC kein zufriedenstellendes Spielergebnis ab. Und das gegen eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller. Man kann nicht mal behaupten, dass die Hertha insgesamt ein schlechtes Spiel machte, dennoch war ein deutlicher Leistungsabfall zu bemerken, wie es die Berliner Zeitung zutreffend beschrieb. Erstaunlich, denn mit Eintracht Frankfurt hatte man zu Hause – gegen einen deutlich besseren Gegner – noch einen Sieg herausspielen können.

Die spielerisch limitierten Stuttgarter gewannen am Ende verdient, weil sie diesen Sieg unbedingt wollten. Dieser Einsatz und diese Körpersprache fehlte mir bei der Hertha, als es in der Schlussphase darauf ankam. Das mag nicht für alle Spieler gelten, lobend erwähne ich gerne den stets emsigen Selke, aber es dürfen sich doch einige Mittelfeldakteure angesprochen fühlen.

Ergo das übliche Phlegma gegen die Teams von unten? Ein Sieg des Kopfes über die Beine?

Nun, verletzungsbedingt waren im Team wieder einige Spieler der alten Garde vertreten, die auch spielerisch einen Rückgriff auf alte Zeiten bewirkten. Schelle und Darida in Kombination mit Lustenberger bewirkten, dass das Spiel der Hertha wieder an die letzte Saison erinnerte. Statt schnell durch die Mitte zu spielen, wanderte der Ball sehr oft wieder zurück zu Jarstein, der den Ball dann nach vorne semmelte. Das war gefühlt ein Rückschritt, denn Maier und Grujic machten das deutlich besser.

Mit Pekarik ist im Kader ein weiterer (verdienter) Spieler, der es kaum noch in den Kader schafft. Ein Teil der alten Garde macht Platz für den Nachwuchs.

Für Ibisevic und Kalou mag das noch nicht zutreffen, ihre Nachfolger Selke und Mittelstädt machten jedenfalls eine ordentliche Partie. Trotz der Situation vor dem 2:1, als Maxi beim Ballverlust beteiligt war.

Bei Lustenberger, Schelle und Darida wird es schwer diese Saison. Lusti sah beim 1:0 nicht gut aus, Schelle läuft beim 2:1 von Gomez weg, Darida kommt schon lange nicht mehr an seinen alten Leistungsstand heran.

Einen eher bescheidenen Tag erwischte m.E. auch Leckie. Zu häufig verschleppte er bei Kontern das Spiel, statt schnell zum freien Nebenmann zu passen. Da hätte Hertha deutlich besser kontern können.

Auch wenn der Hinweis auf eine gewisse Berliner Überheblichkeit berechtigt ist, Gomez vielleicht einen guten Tag hatte (hiermit anerkannt!) und die Bundesliga eben auch ausgeglichen erscheinen mag (Gruß an Andreas L. in B.):

Hertha war mal wieder der gefühlte Aufbaugegner und wehrte sich nicht ausreichend gegen eine vermeidbare Niederlage. Man lässt die „Big Points“ liegen, wie in der Vorsaison mit der alten Garde. Schade.

Erleichterung über 3 Punkte in Hannover

Hertha BSC gewinnt gegen Hannover 96 mit 0:2 und nimmt 3 wichtige Punkte nach Berlin mit.Und ich bin einfach nur erleichtert.

Nach den Niederlagen gegen Düsseldorf und Leipzig war der erkämpfte Punkt gegen Hoffenheim zwar ehrenwert, aber insbesondere die Abwehr konnte in diesen Spielen nicht überzeugen.

Dardai reagierte also, Selke und Torunarigha kamen für Duda und Luckassen. Eine durchaus mutige Entscheidung, wenn man bedenkt, dass Torunarigha gegen Düsseldorf wirklich ein schlechtes Spiel machte und nach seiner Verletzungspause insgesamt auch noch nicht richtig überzeugen konnte. Mit 2 Stürmern gegen Hannover anzutreten ist jedenfalls mal ein Zeichen, hätte ich mir so schon gegen Düsseldorf gewünscht. Und der Spielerwechsel in der Startformation ging richtig gut auf.

Torunarigha setzt ein Zeichen

Jordan Torunarigha köpfte nicht nur zum 0:1 ein, er bereitete das 0:2 durch Ibisevic auch mit einer mustergültigen Flanke vor. In der Abwehr machte er eine ordentliche Partie, immerhin war das für die Hertha mal wieder ein Spiel ohne Gegentor. Das Duo Lustenberger / Luckassen wirkte zuletzt noch deutlich unsicherer. Mit der bisher gezeigten Leistung hat Derrick Luckassen in der Startelf jedenfalls nichts zu suchen. Wie man (im positiven Sinne) für sich ein Zeichen setzen kann, hat Jordan jedenfalls mustergültig gezeigt.

Zähe erste Halbzeit

Bei aller Freude über den Sieg soll nicht verschwiegen werden, dass es eine zähe erste Halbzeit war (kein Vergleich zum Gladbach-Spiel) und Hertha danach viele Konterchancen leichtfertig vergab. Das Spiel war mitunter von Fehlpässen beider Mannschaften geprägt. Aber ich will nicht mosern, der Sieg war für Fans und Stimmung enorm wichtig.

Mannschaft der Stunde aus Frankfurt

Nächsten Samstag kommt Eintracht Frankfurt in das Berliner Olympiastadion. Die Hessen kommen mit viel Selbstvertrauen nach Berlin, für mich sind sie die Mannschaft der Stunde. Der Sieg gegen Marseille setzte jedenfalls mal wieder ein echtes Ausrufezeichen. Haller und Jovic haben zusammen 22  Tore erzielt und stehen auf den Plätzen zwei und drei der Torjägerliste. Die Partie wird für die Berliner Abwehr eine Reifeprüfung werden, wenn man den Anschluss an das obere Tabellendrittel halten möchte.

Ich erwarte eine schwierige Partie für die Hertha und ein unterhaltsames Spiel mit vielen Toren. Ein Spiel bei dem ich gerne Rekik im Team hätte, damit ich mich wohler fühle, aber das geht halt nicht. Oder bin ich nur zu ängstlich? Ich bleibe dabei, wird eine richtig schwere Partie gegen die Riederwälder.